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Verkehrsmodellierung (GV09)

Kurzzeichen GV09
Bezeichnung Verkehrsmodellierung
Art Arbeitsausschuss Straße
Tätigkeitsbericht

Beschreibung des Aufgabengebietes

Verkehrsmodellierung ist eine wichtige Grundlage für die Verkehrsplanung. Für die Beurteilung der Zweckmäßigkeit von Maßnahmen, seien sie organisatorischer, verkehrsrechtlicher oder infrastrukturmäßiger Natur, im Sinne einer nachhaltigen Verkehrs- und Mobilitätsentwicklung ist es grundsätzlich notwendig, als ersten Schritt die Abschätzung der Verkehrsnachfrage vorzunehmen. Darauf aufbauend sind die Folgewirkungen abzuleiten. Deshalb ist es notwendig, die Qualitätsmerkmale von Verkehrsmodellen für eine bestmöglich valide Abschätzung der Verkehrsnachfrage zu definieren sowie Bewertungskriterien und Bewertungsindikatoren zu definieren. Darüber hinaus ist es notwendig, die für eine Beurteilung der Qualität von Verkehrsmodellergebnisse Transparenz an Daten, Methoden und Verhaltensparameter zu definieren. Dies soll im Rahmen eines Merkblattes durchgeführt werden. Ein erster Entwurf für ein solches Merkblatt liegt seit 2012 vor. Durch eine vereinbarte Kooperation mit den Schwestergesellschaften von Deutschland und der Schweiz hat sich das Vorhaben verzögert. Außerdem hat es in den vergangenen Jahren eine Reihe von UVP-Verfahren in der zweiten Instand des Bundesverwaltungsgerichtshofs gegeben, bei welchen die Grundsätze des vorliegenden Merkblattentwurfs zur Anwendung gekommen sind. Diese Erfahrungen sollen in die endgültige Gestaltung des Merkblattes Eingang finden.

 

Arbeitsschwerpunkte des vergangenen Jahres

Das Jahr 2021 hatte den Schwerpunkt, die schon lange angestrebte Abstimmung der Vorstellungen der drei Schwesterforschungsgesellschaften der DACH-Länder zum geplanten Merkblatt fortzusetzen. Hierzu gab es, abgesehen von mehreren Einladungen zur schriftlichen Stellungnahme zu vorliegenden Papieren, zwei digital-hybride Treffen des GV09 zur Information und Abstimmung der fachlichen Position, am 7. Juni 2021, und am 19. Oktober 2021.

Mit den Deutschen und Schweizer Partnern fand ein 1 digitales Treffen statt, wobei aus jedem Land 5 bis 6 Vertreter dazu eingeladen wurden: 25. Juni 2021.

Die DACH-Konsultationen brachten zu Tage, dass es vor allem was die Qualitätskriterien betrifft, doch wesentliche Unterschiede gibt. Die Deutschen und ein Teil der Schweizer Kollegen treten für quantitativ festgelegt Grenzwerte von Qualitätsindikatoren für ein kalibriertes Verkehrsnachfragemodell (VNM) ein, während die österreichische Position für eine Offenlegung diverser Qualitätsindikatoren eintritt, eine individuelle ausreichende Qualität sollte aber nur für konkrete Verkehrsprognostische Aufgabenstellungen getroffen werden. Es gäbe also eine ausreichende Anzahl offener Fragestellungen zu klären, allerdings haben die Deutschen KollegInnen mitgeteilt, dass sie, abgesehen von einigen methodischen Kritiken aus Österreich, ihren leicht überarbeiteten Entwurf nun finalisieren werden. Die Schweizer KollegInnen sehen den vorliegenden Deutschen Entwurf ambivalent.

Um nicht ohne konkretes Beispiel zu diskutieren, wurde 2020 beschlossen, dass anhand des Schweizer nationalen VNM die diversen zur Diskussion stehenden Qualitätsindikatoren verglichen werden sollen. Das wurde von Vertretern der Schweiz und Österreich durchgeführt. Das Ergebnis unterstützt die österreichische Position.

Ausblick auf zukünftige Vorhaben

Zum Thema „Verkehrsnachfragemodellierung“ ist die Entwicklung eines Merkblattes zur Qualitätssicherung von Verkehrsnachfragemodellen und Prognosen“ in Arbeit. Im Herbst 2021 wurde ein überarbeitetes Inhaltsverzeichnis als Basis fixiert, für das erste Quartal 2022 ist vorgesehen, dass ein erster vollständiger Entwurf des Merkblattes zur breiten Diskussion vorliegt. Dieser Entwurf hat das Ziel, eine bestmöglich mit den DACH-Ländern abgestimmtes österreichisches Merkblatt 2022 fertig zu stellen. Wesentliche methodische Kritikpunkte an dem Deutschen Entwurf werden in dem österreichischen Merkblatt nicht übernommen, sondern bereinigt.

 

Mitgliederanzahl: Diese hat sich auf Basis der Wichtigkeit des Themas erweitert und auch internationalisiert.

Leitung
  • Sammer Gerd, em. o. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn.